Die Praxis, in Tarifvertragsbestimmungen mit Öffnungsklauseln oder Opt-out-Klauseln zu verancachten, ist sehr selten. Die arbeitsrechtliche Reform von 2017 ermöglicht es jedoch, sektorale Vereinbarungen an die Größe des Unternehmens anzupassen. Beispielsweise decken einige ihrer Bestimmungen möglicherweise nicht kleine Unternehmen ab. Die Vereinbarung ist eine bemerkenswerte Wende für die Arbeitsbeziehungen im Unternehmen, nachdem zuvor 12 Gewerkschaftsmitglieder entlassen wurden. Die Sommilito Garments Sramik Federation (SGSF) – ein Mitglied der IndustriALL Global Union – mobilisierte internationale Unterstützung, und über IndustriALL konnte SGSF mit der japanischen Tochtergesellschaft UA Zensen zusammenarbeiten. Donglian Fashion gehört einer japanischen Muttergesellschaft, und UA Zensen war in der Lage, die Probleme in der Fabrik anzusprechen und das lokale Management unter Druck zu setzen, mit der Gewerkschaft zu verhandeln. Ein neuer Tarifvertrag für 23.000 Arbeitnehmer (auf der Grundlage von Daten der Sozialpartner), die in 104 KMU-Unternehmen der Textil-, Leder- und Bekleidungsindustrie in Moldawien beschäftigt sind, sieht eine Erhöhung des Branchenmindestlohns um 5 % und erstmals eine ausgehandelte Lohnskala vor, die besser an die Beschäftigungsstruktur der Branche angeglichen wird. Die Arbeitnehmer müssen nicht an Tarifverhandlungen teilnehmen, da die Verhandlungen von der Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband geführt werden. Erweiterungsmechanismen werden ausgiebig eingesetzt. Diese Praxis bedeutet, die Bedingungen eines Tarifvertrags, der zwischen den repräsentativen Organisationen innerhalb eines Teilsektors (“Branche”) ausgehandelt wird, für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber in diesem Teilsektor für obligatorisch zu erklären. Um einen Tarifvertrag zu verlängern, müssen die Sozialpartner das Arbeitsministerium um eine Ministerialverordnung ersuchen. Eine große Anzahl nationaler sektoraler Lohnvereinbarungen wird verlängert, was zu sehr hohen Deckungsquoten führt. 14.

März 2017Drei Monate intensiver Tarifverhandlungen im Volkswagen Werk Kaluga in Russland haben Ende Februar 2017 zu einem neu ausgehandelten Tarifvertrag geführt. Beobachter bringen eine Reihe von Erklärungen vor, von denen zwei besonders prominent sind. Erstens sind die französischen Gewerkschaften hinsichtlich der Mitgliedschaft schwach, aber die gewerkschaftsnahe Mitgliedschaft ist oft eng mit dem Gewerkschaftsengagement verbunden.